Als Bandenregel bei ITSF wird Regel §23.2 bezeichnet. Diese Regel soll verhindern, dass man den Ball zwischen Bande und äußerster Puppe der 5er Reihe im Tic Tac hält. So können Pässe gespielt werden, die extrem nah am Ein-Mann-Pass sind. In diesem Artikel wird ein neuer Ansatz vorgestellt, dieses Setup zu verhindern. (Foto: Vdollero)

Auf der 5er Reihe möchte man den Ein-Mann-Pass verhindern, da er es zu leicht machen würde, von 5 auf 3 zu passen. Auch Setups, bei denen man sehr nah am Ein-Mann-Pass sind, möchte man verhindern, da sonst jeder diese Setups spielen würde. Die aktuelle Umsetzung bekommt das zwar hin, hat aber auch einige Schwächen.

Ungerechte Ballverluste: Selbst wenn man sich keinen spielerischen Vorteil durch zu viele Bandenberührungen erspielen konnte, kann man wegen der Regel den Ball an den Gegner verlieren.

Möchte man den Ball z.B. nur unter Kontrolle bringen, reichen zu viele Bandenberührungen aus, um den Ball zu verlieren. Dafür muss man nicht einmal einen Pass oder Schuss abgegeben haben, da nur die Bandenberührungen geprüft werden. Man kann die Bandenberührungen also nur mit einem Time Out zurücksetzen, wenn man noch nicht zu viele Bandenberührungen hatte.

An manchen Tischen lässt sich ein liegender Ball nur schwer von der Bande holen. Das führt zu vielen Bandenberührungen, die man mit dem schwammig formulierten Seitenstreifen (§23.2.2) versucht zu regeln.

Unübersichtlich: Man muss die gesamten 10 Sekunden auf die Bandenberührungen achten. Gerade bei schnellen Ballführungen verwirrend.

Unflexibel: Man kann die Bande nicht so frei in seine Ballführung einbauen, wie z.B. beim P4P-Regelwerk. Das schränkt die Vielfalt auf der 5er Reihe ein.

Anfängerunfreundlich: Die Regeln sind kompliziert. Das trifft auf viele Regeln zu, aber die meisten sind für den Anfänger uninteressant (Bei der Reset-Regel z.B. ist immer ein Schiedsrichter am Tisch, der notfalls die Regeln nochmal erklären kann).

Anfänger brauchen aber öfter die Banden, um sich die Ballkontrolle zu erleichtern. Sie wollen sich damit natürlich keinen unfairen Vorteil verschaffen oder Regellücken ausnutzen.

Alternative

Um diese Probleme zu beheben, habe ich mir eine neue Formulierung überlegt.

Kurzversion:

Nicht nur, dass mit dieser neuen Formulierung die alten Probleme behoben werden, es ergeben sich auch Vorteile für die Spieler:

Keine ungerechten Ballverluste: Man kann den Ball sehr leicht entsperren, da Bandenberührungen erst mit dem Pass zum Foul werden (Schüsse sind weiterhin erlaubt, ließen sich aber notfalls leicht sperren).

Übersichtlich: Man muss nur kurze Zeiträume im Kopf behalten, weil der Ball ständig entsperrt wird. Diese sind direkt mit der Ballführung vor dem Pass verknüpft, werden also eh gelesen. Ballführungen, die zum Foul führen sind sehr leicht zu erkennen.

Flexibel: Die Bande kann freier ins Setup eingebaut werden. Das führt zu mehr spielerischer Freiheit und neuen individuellen Stilen. Man kann es als Zusammenführung von ITSF- und P4P-typischen Setups und Pässen sehen.

Zusatzregeln, wie z.B. §23.2.2, können gestrichen werden. Braucht man zu viele Bandenberührungen mit einer Puppe, um den Ball von der Bande zu holen, muss man den Ball nur entsperren. So braucht man weniger Regeln, hat aber mehr Fälle abgedeckt.

Anfängerfreundlich: Die Ballsperrung ist so leicht aufzuheben, dass Anfänger die Bandenregel wahrscheinlich nie bemerken werden. Zwar bleiben die Regeln kompliziert, aber im Zweifelsfall berührt man einfach mit einer anderen Puppe den Ball. Das ist für jeden leicht verständlich.

Die Einführung neuer Ballstatus funktioniert schon sehr gut (Ball im Spiel, Ball im Aus). Man kann sehr viele Fälle damit abdecken, vor allem Fälle, an die man bei der Formulierung der Regel noch nicht gedacht hat (z.B. Konter-Time-Out). Die Regeln sind also stabil. Deswegen sollten an einer gesonderten Stelle die einzelnen Ballstatus aufgelistet und geregelt werden.

Ausformulierte Regeln
Ball gesperrt

§x Ein Ball, der auf der 5er Reihe vor dem Pass mit derselben Puppe zum zweiten Mal hintereinander an die Bande gespielt wird, gilt als gesperrt für diese Puppe.

§x.1 Ein gesperrter Ball darf nicht mit der Puppe gepasst werden, für die er gesperrt ist.

§x.2 Die Strafe für Passen eines gesperrten Balls mit der gesperrten Puppe, ist der Verlust des Balls auf die 5er Reihe der anderen Mannschaft.

§x.3 Die Sperrung des Balls kann durch Berührung mit einer weiteren Puppe oder durch Time-Out aufgehoben werden.

Die Regeln §17.7 und §23.2.3 könnten ebenfalls gestrichen werden, da es sehr leicht ist, den Ball zu entsperren (passiert automatisch). Die Regel §23.2.1 könnte auch mit dem Status „Ball gesperrt“ umformuliert und so integriert werden.

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