Der linke Pin

EMPFEHLUNG

ungeblogt/kickerium-Technik

Den meisten Pin-Schützen fällt der rechte Pinshot leichter als der Linke. Mit genügend Training wird der Unterschied zwar geringer, aber trotzdem ist der Rechte bei den meisten einfach konstanter. Lest hier einige Ideen, warum das so ist und wie man seinen linken Pin verbessern kann.

Der Pinshot kann im Detail sehr kompliziert werden. Doch genau damit sollte man sich auseinandersetzen, wenn man Probleme hat. Dann kann man gezielt an der richtigen Stelle ansetzen, um den Schuss zu verbessern.

Verkrampfter Arm

Bei einem gezogenen Pinshot bewegt man die Hand seitlich an den Körper. Bei dieser Bewegung kann man den Arm senkrecht zum Griff halten, das Handgelenk bleibt in einer angenehmen Haltung. Die Handhaltung ist so, als ob man den Arm einfach herunterhängen lassen würde. Beim gedrückten Pinshot wird das Handgelenk mehr beansprucht. Der Arm wird nämlich beim Schuss gestreckt. Dadurch verkrampft der Arm und die Bewegung ist nicht mehr so flüssig, wie beim gezogenen Pinshot. Man hat also eine langsamere Schussbewegung oder zieht die Stange unbewusst zurück, um das Handgelenk weniger zu belasten.

Problemlösung: 

  • Näher an den Tisch stellen. Je näher man am Tisch steht, desto weniger muss man den Arm strecken. 
  • Rechtes Bein nach vorne. Dadurch ändert sich leicht die Körperhaltung. Vielen fällt in dieser Haltung der gedrückte Pin leichter und der Gezogene schwerer.
  • Gegenbewegung. Wenn man einen Pin schießt, bleibt man möglichst an der Stelle stehen, von der aus man schießen möchte. Manche bezeichnen das schon als Gegenbewegung. Ich meine hier aber eine gezogene Stangenbewegung. Dabei wird das Handgelenk deutlich entlastet. Man schießt zwar immer noch mit einem gestreckten Arm, aber die Bewegung geht in Richtung entlastender Haltung (Arm seitlich am Körper). Man muss nur darauf achten, dass man den Schuss durch die Gegenbewegung nicht verreißt. Ich kann nur empfehlen den Pinshot ohne Gegenbewegung zu trainieren und im Turnier mit Gegenbewegung zu spielen. So kommen bei mir die Pinshots auf beide Seiten konstant.
Schussbewegung zu langsam

Meistens fliegt der Ball schräg nach außen an den Pfosten, wenn man den linken Pin schlecht schießt. Das liegt daran, dass man den Ball zu spät trifft. Der Schuss muss also schneller werden – nur was heißt schneller?

Problemlösung:

Schneller heißt nicht, dass man mehr Kraft aufbringen oder seinen Schuss brutaler abreißen muss. Stattdessen muss die Ausholbewegung kürzer werden.

  • Anschlag benutzen. Man kann eine Stange oder etwas ähnliches auf den Kicker legen. Wenn man dann zu weit ausholt, schlägt man an die Stange an. So hat man direktes Feedback, was zu weit ist. 
  • Kurze Pins trainieren.  Kurze Pins kann man nur mit einer schnellen, kurzen Schussbewegung schießen. Selbst wenn man diese Schüsse im Spiel nie benutzen sollte, bringen sie sehr viel für die generelle Pin-Technik. 
  • Richtiger Krafteinsatz. Generell sagt man, dass man den Pin ohne Kraft schießen soll. So ganz stimmt das auch nicht, weil der Schuss sonst keine Geschwindigkeit kriegen würde (auch wenn man nicht viel Kraft braucht). Bei der Ausholbewegung braucht man überhaupt keine Kraft. Legt man Kraft in die Ausholbewegung, wird sie unnötig lang. Erst bei der Schussbewegung selbst braucht man Kraft. Hierbei gilt, dass je größer die Maximalkraft ist, desto größer auch die Schnellkraft ist.
Schlupf beim Rollen über den Griff

(Das führt zu einer langsameren Schussbewegung, aber durch seine Eigenart zähle ich es nochmal extra auf) Schlupf bedeutet, dass der Griff unter der Hand durchrutscht. Das fällt den meisten gar nicht auf, weil der Schuss viel zu schnell ist. Der Einfluss ist je nach Tisch und Equipment auch unterschiedlich groß. Am Bonzini merkt man ihn z.B. am stärksten. Der Schlupf wird aber auch von der Schussrichtung bestimmt. 

Da man links neben der Stange steht, zieht man die Stange bei einem gezogenen Pin leicht horizontal zu sich und drückt sie entsprechend bei einem gedrückten Pin horizontal von sich. Die Bewegung ist sehr klein, aber kann für Schlupf sorgen.

Problemlösung:

Man kann den Schlupf generell reduzieren/verhindern, indem man die Reibung erhöht. Also zuerst den Grip erhöhen (Bändchen, Handschuhe, etc). Doch man kann die Reibung auch erhöhen, indem man in horizontaler Richtung leicht gegen den Griff drückt. Dafür braucht man nur wenig Kraft. Benutzt man zu viel Kraft, wird der Schuss wieder verkrampft. Im Prinzip geht es nur darum, dass man verhindert, dass die Hand den Kontakt zum Griff verliert.

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Über Lukas Übelacker 36 Artikel
Lukas Übelacker ist Gründer von „Ungeblogt“ und spielt Bundesliga für den 1. Kicker Club Kaiserslautern. Bei P4P hatte er 2014 seinen Durchbruch als zweitbester Neuling des Jahres. Seit 2016 ist er Vizepräsident Ausbildung des DTFB und in der Rules Commission des ITSF.

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