Verteidigen: Jet Mitte

EMPFEHLUNG

Das Jet Mitte System ist das am meisten verbreitete System auf der 3er Reihe. Als Verteidiger ist es also Pflicht, gegen dieses System ein Mittel zu haben.

Offensive verstehen

Um zu verstehen, wie man ein System verteidigen kann, muss man die Optionen und die „Denkweise“ des Systems verstehen. Die Optionen des Jet Mitte Systems haben wir in diesem Artikel vorgestellt: System: Jet Mitte

Am wichtigsten sind die Standardoptionen. Kann ein Stürmer diese nicht vollständig schießen, kann er in der Regel auch nicht das ganze Tor bearbeiten. Das macht es einem als Verteidiger sehr einfach, weil man auch nicht das ganze Tor decken muss. Die übrigen Lücken werden dann sehr klein. Die Standardoptionen sind meistens auch die Optionen mit der kürzesten Abrufzeit. Die Abrufzeit ist die Dauer zwischen Entscheidung und Durchführung. Je schwieriger jemandem eine Option fällt, desto länger die Abrufzeit. Der gerade Jet hat in der Regel die kürzeste Abrufzeit, gefolgt von links und abschließend rechts. Das ist nur eine Orientierungsmöglichkeit, die tatsächliche Abrufzeit ist immer spielerabhängig.

Die wichtigsten Zusatzoptionen sind gerade Schüsse auf die Zwischenpositionen. Diese werden aber erst dann gefährlich, wenn der Schütze weit in die Ecken trifft.

Der Jet zeichnet sich generell durch geringe Abrufzeit, geringen Ansatz, aber auch schlechte Mobilität aus. Der Stürmer wird also auf der Stelle stehen oder wippen und Lücken abpassen. Man kann dieses System auch als reaktiv bezeichnen, weil der Stürmer selbst nichts vorgibt (Fakes, anzucken, springen,…). Er schaut meistens auf eine Lücke und wartet, bis sie aufgezogen wird (Schießen auf wegziehen). Mit mehr Erfahrung kann der Stürmer auch komplexere Muster auslesen und wartet auf sich wiederholende Bewegungsabläufe (Schießen auf Muster).

Verteidigungsstrategie

Als Verteidiger konzentriert man sich darauf, durch eigene Bewegungen dem Stürmer eine Option aufzudrängen. Da er auf wegziehen schießt, liegt seine Aufmerksamkeit auf den Puppen. Man täuscht also an, mit einer Puppe wegzuziehen, ohne die Lücke wirklich freizugeben. Entweder weil man wieder mit derselben Puppe zurückzieht oder weil man mit einer anderen Puppe nachzieht (Kreuzen). Die Abrufzeit der entsprechenden Option gibt dabei an, wieviel Zeit man hat, um die Lücke wieder zuzuziehen. Bei Schüssen mit kurzer Abrufzeit muss die Lücke auch wieder schnell zugezogen werden. Schüsse mit großer Abrufzeit müssen nicht so schnell zugezogen werden, sollten aber auch lange genug offen bleiben, damit der Schütze auf den Bait reinfällt (Locken). Mit diesen Mitteln öffnet und schließt man möglichst unrhythmisch die verschiedenen Optionen.

Gegen erfahrene Schützen bleibt das Prinzip gleich. Man muss nur längere Ketten bauen, mit denen man Lücken öffnet und schließt. Diese Ketten werden wieder dazu verwendet, den Gegner zu manipulieren. Es ist fast schon egal, ob der Stürmer ein Tor schießt oder nicht. Das wichtigste ist, dass man herausfindet, wie man den Gegner steuern kann und wann man die Optionen decken muss. Mit diesem Plan kann man es schaffen den Gegner langfristig effektiv zu blocken.

Verwendet der Gegner noch Zusatzoptionen, muss man seinen Plan erweitern. Zusatzoptionen dürfen aber nicht überbewertet werden. Sie müssen meistens erst über die Standardoptionen vorbereitet werden, weil sie sonst nicht gut genug sind. Schüsse auf Zwischenpositionen sind erst dann gut, wenn der Stürmer die Ecken trifft. Schießt er in eine Richtung nicht weit genug, ist auch die Zwischenposition nicht offen, weil man als Verteidiger nicht bis ganz in die Ecke ziehen muss. Auch wenn man reagiert ist es besser für den Stürmer, auf die Ecke zu schießen, weil der Weg länger wird.

Aus diesem Grund darf man auch die Häufigkeit nicht überschätzen, mit der Zusatzoptionen verwendet werden. Nur in Kombination mit den Standardoptionen kann der Stürmer das ganze Tor ausnutzen. Meistens werden Zusatzoptionen verwendet um Lücken zu öffnen. Konzentriert man sich dann zu sehr auf die Zusatzoption, werden die Standardoptionen wieder besser, selbst wenn der Stürmer die Zusatzoption nicht mehr verwendet. Möchte man die Zwischenpositionen abdecken, ohne zu sehr die Standardoptionen zu öffnen, kann man sich mehr bewegen (Shuffle). Dadurch fährt man öfter an den Zwischenpositionen vorbei. Entweder macht man generell mehr Bewegungen oder baut unregelmäßig Shuffles ein.

Welche Bewegungen man im Verteidigerbereich zu einer Kette zusammenschließen kann und eine Erklärung dazu findest du im Artikel Defensivbewegungen im Verteidigerbereich

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Über Lukas Übelacker 46 Artikel
Lukas Übelacker ist Gründer von „Ungeblogt“ und spielt Bundesliga für den 1. Kicker Club Kaiserslautern. Bei P4P hatte er 2014 seinen Durchbruch als zweitbester Neuling des Jahres. Seit 2016 ist er Vizepräsident Ausbildung des DTFB und in der Rules Commission des ITSF.

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