Kantenpass – überflüssig?

EMPFEHLUNG

Der Kantenpass ist der klassische Pass ins Feld. Aber ist er noch gut genug, um seine Berechtigung im modernen Tischfußball zu haben? Oder ist er eher ein nettes Gimmick, dass man von Zeit zu Zeit einstreuten kann.

Der Brush ist der wichtigste Pass auf der 5er Reihe. Er ist flexibel, konstant und man kann leicht faken. Sonst sieht man eigentlich nur noch den Stickpass, der an und für sich eigentlich uninteressant ist. Er wird erst durch die schnellen Tik-Tak-Bewegungen davor wirklich interessant.

Es gab aber auch einen weiteren Pass: Den Kantenpass

Beim Kantenpass schießt man den Ball seitlich an, so dass er schräg weitergeleitet wird. Im Gegensatz zum Brush, bei dem man versucht die Seitwärtsbewegung der Puppe direkt auf den Ball zu übertragen. Der Brush hat sich allerdings nicht ohne Grund durchgesetzt. Man hat mehr Kontrolle über den Abspielwinkel, technische Fehler enden immerhin in einem Stickpass und Fakes lassen sich viel einfacher spielen. Man muss den Ball nämlich sehr genau treffen für den Kantenpass. Bei technischen Fehlern sorgt das meistens dafür, dass man den Ball nur streift und er dann einfach zum Gegner kullert.

Trotzdem hat der Kantenpass einige Vorteile:

Anfängerfreundlich

Es ist deutlich einfacher mit dem Kantenpass einen guten Winkel hinzubekommen. Dadurch kann man schon sehr früh ein System lernen.

Einfaches Kantenpasssystem:

Man lässt den Ball Richtung Bande rollen und wartet mit der Puppe an der Bande. Wenn der Ball angekommen ist, spielt man entweder einen Stickpass an die Bande oder einen Kantenpass ins Feld.

Das System ist natürlich sehr simpel. Aber man kann schon sehr früh die Vorteile eines Systems erfahren. Weitere Optionen lassen sich auch schnell hinzufügen. Man kann z.B. die Pässe auch erst nach dem abtropfen von der Bande spielen. Oder man lässt den Ball mehrmals zur Bande rollen und schaut sich erst einmal an, wie der Gegner sich verhält.

Sehr weiter Winkel

Man kann den Kantenpass sehr weit spielen. Sogar so weit spielen, dass er an 2 Figuren vorbeikommt. Der Pass ist schwierig zu blocken, weil man nicht mit der ersten, sondern der zweiten Figur blocken muss. Versucht man also mitzureagieren, wenn man sieht, dass der Pass weit kommt, muss man umdenken.

An der Bande ist er also eine sehr gute Feldpassoption, da die meisten mit einem Bandenpass rechnen oder einem Brush, der nicht sehr weit ins Feld kommt.

Überraschende Figurenbewegung

Beim Brush bewegt sich die Puppe immer mit dem Ball. Bei einem Feldpass fährt die Puppe also auch ins Feld. Beim Kantenpass ist es fast schon umgekehrt. Man klappt schließlich nur die Puppe nach vorne. Der Ball bewegt sich dann von der Puppe weg. Wenn man den Kantenpass aus dem Lauf spielt, sieht man es sogar noch deutlicher. Die Puppe fährt nämlich vor dem Pass mit dem Ball mit und plötzlich bewegt sich der Ball in eine ganz andere Richtung, während die Puppe weiter Richtung Bande geht.

Wer nur Brushpässe gewöhnt ist (und das sind wahrscheinlich die meisten), kann so schnell ausgetrickst werden. Die Puppe ist nämlich auffälliger als der Ball.

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Über Lukas Übelacker 46 Artikel
Lukas Übelacker ist Gründer von „Ungeblogt“ und spielt Bundesliga für den 1. Kicker Club Kaiserslautern. Bei P4P hatte er 2014 seinen Durchbruch als zweitbester Neuling des Jahres. Seit 2016 ist er Vizepräsident Ausbildung des DTFB und in der Rules Commission des ITSF.

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